VISITS – Vernetzung und Interaktionsarbeit in Smarten Technischen Services

Im Rahmen des Programms „Zukunft der Arbeit: Arbeiten an und mit Menschen“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) arbeitet der Lehrstuhl für Unternehmenslogistik (LFO) im Verbundprojekt „VISITS – Vernetzung und Interaktionsarbeit in Smarten Technischen Services“ federführend mit. Zusammen mit der Sozialforschungsstelle, als weitern Forschungspartner seitens der TU Dortmund, und den Industriepartnern Anlagentechnik Wuttke GmbH, IFÜREL EMSR-Technik GmbH & Co. KG, ABERLE GmbH und Augmensys Deutschland GmbH wird das Verbundprojekt gemeinsam bearbeitet.

Notwendigkeit einer organisationsstrukturellen Anpassung

Der aktuelle wissenschaftliche Diskurs verdeutlicht, dass eine erfolgreiche Migration zu Industrie 4.0 und Digitalisierung der Produktion sehr stark auf eine organisationsstrukturelle Anpassung und auf die Veränderungsbereitschaft der Belegschaft angewiesen ist. Hürden wie fehlende Akzeptanz und unzureichende Interaktion behindern diesen Prozess. In der digitalen Produktion bestehen die Herausforderungen vor allem in der vertikalen (innerbetrieblichen) Verbindung verschiedener Funktionsbereiche sowie bei der horizontalen (überbetrieblichen) Integration und datentechnischen Vernetzung der Prozesse.

Technische Services als Chance für eine verbesserte Wettbewerbsfähigkeit

Vor diesem Hintergrund rücken Technische Services, wie beispielsweise Instandhaltungsarbeiten, Ersatzteilmanagement, Instandhaltungssoftware und Beratungsleistungen, in den Fokus von (über-)betrieblichen Digitalisierungsstrategien. Dadurch können neuartige Kooperations- und Kommunikationsprozesse zwischen den beteiligten Unternehmen entstehen, um eine hohe Serviceleistung und Qualität zu realisieren und es kann eine Neujustierung der Interaktionsbeziehung auf der Arbeitsebene stattfinden. Unternehmen profitieren, bei einer erfolgreichen Implementierung, von Kosteneinsparungen, Nutzungsszenarien mit geringer Ausfallquote, effektiven Abhilfemaßnahmen und hohen Maschinenlaufzeiten. Allerdings setzt eine erfolgreiche Implementierung jedoch eine grundlegende Anpassung an die Organisation voraus. Aus diesem Grund soll es das Ziel sein, neue Anforderungen und Gestaltungserfordernisse an Organisation und Arbeit im Bereich Technischer Services angesichts digitaler Vernetzung und horizontaler Integration zu charakterisieren. 

Ein adaptives Vorgehensmodell als Lösungsansatz

Ziel des Forschungsprojekts „VISITS“ ist die Entwicklung eines adaptiven Vorgehensmodells, dass eine überbetriebliche Integration zwischen den Instandhaltungs- bzw. Servicebereichen der Maschinen- und Anlagenbauer, den Technischen-Service-Dienstleistern sowie den Anwenderunternehmen realisieren soll. Methodisch wird dabei der Ansatz des sozio-technischen Systems verfolgt. Die adaptive Nutzung des Vorgehensmodells wird durch eine webbasierte Aufbereitung multimedialer und interaktiver Lerninhalte zur unternehmensspezifischer Ausgestaltung erreicht und kann dadurch über die Projektlaufzeit verstetigt und verbreitet werden.